{"id":234275,"date":"2020-02-12T12:17:00","date_gmt":"2020-02-12T11:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/eva-lindner.com\/?p=234275"},"modified":"2026-05-20T00:09:53","modified_gmt":"2026-05-19T22:09:53","slug":"die-stille-nach-dem-schluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eva-lindner.com\/en\/die-stille-nach-dem-schluss\/","title":{"rendered":"Die Stille nach dem Schluss"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Mensch, der sich selbst t\u00f6tet, zerst\u00f6rt auch das Leben seiner Angeh\u00f6rigen und Freunde. Eva Lindner schreibt dar\u00fcber, wie man damit klarkommt (oder auch nicht)&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>von Eva Lindner, Dummy Magazin, 15. M\u00e4rz 2020<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist Dienstag, der 14. Januar 2014, 16.51 Uhr, als der Tod in mein Leben tritt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Berlin, Bahnhof Warschauerstra\u00dfe, ich steige aus der S-Bahn, als ich zwei verpasste Anrufe und eine SMS von Matthias*, dem besten Freund meines Ex-Freundes, auf dem Telefon sehe. Er ruft nur an, wenn es Probleme gibt, wenn er Tom irgendwo abholen muss, wenn Tom au\u00dfer sich vor seiner T\u00fcr steht, wenn Matthias ihn sucht. Als ich Matthias\u2019 Stimme h\u00f6re, ahne ich bereits, was passiert ist. Das, was nicht passieren durfte, wovor ich immer Angst hatte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFahr zu einer Freundin, setz dich hin und ruf mich dann zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein, ich will es jetzt wissen. Lebt Tom noch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe das Gef\u00fchl, mein Kopf krampft sich zusammen. Ein Teil von mir verl\u00e4sst meinen K\u00f6rper, blickt von au\u00dfen auf mich, sieht mich, wie ich da sitze. Den Kopf auf die Hand gest\u00fctzt, unf\u00e4hig zu weinen, eine Bank am S-Bahn-Gleis, Menschen gehen vorbei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWann?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGestern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWo?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin Hochhaus, mitten in Berlin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGesprungen.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFahr zu einer Freundin, bleib jetzt nicht allein.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>S-Bahn, einsteigen, aussteigen, laufen, atmen, laufen, atmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Treppenhaus falle ich auf die Stufen, lege anschlie\u00dfend meinen Kopf in den Scho\u00df meiner Freundin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schreie, weine. Weine, weine, weine.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Warum, Tom? Warum Tom?<\/p>\n\n\n\n<p>Abends sitzen wir gemeinsam bei Matthias. Freunde. Wir halten uns an den H\u00e4nden und in den Armen. Wie \u00dcberlebende krallen wir uns aneinander fest, der Tod ist unter uns. Wir versuchen zu rekonstruieren: Wer hat Tom als letztes gesehen? Wen hat er als letztes angerufen? Hat er etwas angedeutet? Wir wollen das Unverst\u00e4ndliche verstehen. Er wollte n\u00e4chste Woche eine Bekannte auf dem Land besuchen. Keiner hat es kommen sehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachts sehe ich ihn im Traum, wie er da oben steht. Anlauf nimmt. \u00dcber das Gel\u00e4nder auf der Besucherterrasse des Hochhauses springt. St\u00fcrzt, im tiefen Fall. Ich schrecke hoch. Wie unermesslich muss sein Leid gewesen sein, dass es seinen Lebenswillen unterdr\u00fcckt hat? Wie wenig geliebt muss er sich gef\u00fchlt haben? Wie einsam muss er gewesen sein? Sein Schmerz wird zu meinem Schmerz. Ich kr\u00fcmme mich im Bett. Der Sprung aus der Welt war f\u00fcr ihn das Ende der Qualen. F\u00fcr mich war es der Anfang.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen kann ich nicht aufstehen. Der Tag soll nicht beginnen, soll mich nicht mitziehen in seinen Lauf, es soll nicht weitergehen. Ich will, dass die Zeit stehen bleibt. Fr\u00fcher hat man die Uhren in den H\u00e4usern Verstorbener angehalten. Was f\u00fcr ein sch\u00f6nes Ritual. Toms Lebenszeit ist stehengeblieben, meine l\u00e4uft weiter. Jede Sekunde, die vergeht, trennt uns ein St\u00fcck weiter voneinander. Tick \u2013 Tack \u2013 Tick \u2013 Tack. Leben \u2013 Tod \u2013 Leben \u2013 Tod. Ich tue, woran er nicht mehr glaubte. Tom wird f\u00fcr immer 29 Jahre alt bleiben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich mich hochrappele, f\u00fchlt es sich an, als ob ich gleich wieder zusammenbrechen werde. Will es f\u00f6rmlich, alles Haltende niederrei\u00dfen, alles Kontrollierte wegsto\u00dfen, mich fallen lassen, auf den Boden sinken, wegd\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will nicht, dass er tot ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will nicht, dass er tot ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will nicht, dass er tot ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag gehe ich mit Freunden zu dem Hochhaus, auf dem Tom seine letzten Atemz\u00fcge gemacht hat. Ihm noch einmal nahe sein. Da sein, wo er war. Wir fahren nach oben und schauen die elf Stockwerke hinunter auf den Boden. Hinauf in den Himmel. Wie ist das, sekundenlang zu fliegen und zu wissen, alles ist vorbei, wenn man ankommt? Ob er leiden musste beim Aufprall? Menschen, die einen Suizidversuch \u00fcberlebt haben, berichten, dass sie kein Schmerzempfinden hatten. Ob sie nichts gesp\u00fcrt haben oder sich lediglich an nichts erinnern k\u00f6nnen, ist nicht erwiesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie h\u00e4tte die Alternative ausgesehen?\u201c, fragt ein Freund, \u201eVon einer Klinik zur n\u00e4chsten. Zwangseinweisungen, Medikamente, vernebelter Verstand, um das Leben ertragen zu k\u00f6nnen.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Depressionen, Schizophrenie, Psychosen hei\u00dfen die Diagnosen, die \u00c4rzte Tom gegeben haben, Namen, die an ihm hafteten wie Sekundenkleber, den man nur schwer wieder abbekommt. Diagnosen, die ihn stigmatisierten. Ihn zu einem Kranken machten, den die Gesunden meiden. Zu einem Kaputten, in einer Gesellschaft, in der der Wert des Einzelnen danach bemessen wird, wie gut er funktioniert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen ohne Diagnose nennen die anderen \u201everr\u00fcckt\u201c. Sie selbst sind der Norm entsprechend. Depressionen, Schizophrenie, Psychosen \u2013 medizinische Begriffe f\u00fcr einen Menschen, der sich ver\u00e4ndert hat. Der die Bilder in seinem Kopf nicht mehr mit seiner Umgebung \u00fcbereinbekommt. Der nicht therapiert, sondern geliebt werden will. Dem die Angst das Herz zerfrisst. F\u00fcr ihn gab es kein richtiges Leben im falschen, da hatte Adorno ganz recht.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast sieben Jahre lang waren Tom und ich ein Paar. Wir lernten uns in den ersten Semestern an der Uni kennen. Wir wollten wie alle jungen Paare f\u00fcr immer zusammen sein, gemeinsam der Welt die Stirn bieten, vielleicht irgendwann Kinder haben. Er wollte Filme drehen, die Welt ver\u00e4ndern. Doch die Welt wollte sich nicht von ihm ver\u00e4ndern lassen. Neben mir war das Gras, das er rauchte, sein liebster Begleiter. Anfangs nur ab und zu, nach der Absage einer Filmhochschule immer h\u00e4ufiger. Nach meiner ersten Magisterpr\u00fcfung holten mich Freunde von der Uni ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir mussten Tom heute Nacht in die Klinik bringen.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Er irrte wirr durch die Stadt. Psychose. Ich verschob meine restlichen Pr\u00fcfungen, verbrachte die Tage bei ihm im Krankenhaus. Sie spritzen ihm Neuroleptika.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201ePsychose, was soll das sein?\u201c, fragt Tom. \u201eIch hatte die ganze Zeit alles unter Kontrolle.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich meinen Abschluss nicht weiter hinausz\u00f6gern kann, sitze ich in der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung und wei\u00df irgendwann nicht mehr, wor\u00fcber wir \u00fcberhaupt reden. Blackout. Nichts geht mehr. Mein Dozent ist gn\u00e4dig, ich bestehe trotzdem.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als es Tom bessergeht, ziehe ich f\u00fcr meinen ersten Job nach Berlin. Ein knappes Jahr sp\u00e4ter kommt er nach, in unsere erste gemeinsame Wohnung. Er hat sich ver\u00e4ndert, ist empathielos, unruhig, unsicher. Eine Therapie will er nicht machen, \u201eich brauch das nicht\u201c, sagt er, \u201eich bin nicht krank.\u201c Wir streiten, bevor ich morgens zur Arbeit gehe und wenn ich abends nach Hause komme. Das Gras bestimmt wieder seinen Lebensrhythmus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages stehen wir gemeinsam auf dem Dach, auf dem er Jahre sp\u00e4ter seine letzten Minuten verbringen wird. Wir lehnten uns gegen das Gel\u00e4nder. Sehen hinauf in den Himmel. Und die elf Stockwerke hinunter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWei\u00dft du noch, als es mir so schlecht ging? Als ich aus der Klinik kam? Da stand ich auch hier oben und habe dar\u00fcber nachgedacht, runter zu springen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWirklich?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber jetzt er doch weg dieser Gedanke, oder?\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, keine Angst. Jetzt ist er weg.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat sich f\u00fcrs Leben entschieden. Dieses Mal.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein knappes Jahr sp\u00e4ter stehen wir vor den Tr\u00fcmmern unserer Beziehung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich ein Viertel meines Lebens mit ihm geteilt habe, mit ihm gelacht, gelitten und geliebt habe, w\u00fcrde ich den Rest meines Lebens ohne ihn verbringen m\u00fcssen. Ohne Tom.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Trauerfeier nimmt Toms Mutter mich in den Arm, sagt, \u201edich trifft keine Schuld. Du warst die Frau seines Lebens.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sein K\u00f6rper hat den Sturz aus dem elften Stock wie durch ein Wunder \u00e4u\u00dferlich unbeschadet \u00fcberstanden. Wir d\u00fcrfen uns am offenen Sarg von ihm verabschieden. Ich will allein zu ihm gehen. Als ich die T\u00fcre \u00f6ffne, ist es still. Kerzen brennen, das Licht ist gedimmt, ein paar Stuhlreihen stehen vor dem Sarg. Als ich ihn darin sehe, krampft sich alles in mir zusammen, ich schreie auf. Mein erster Impuls ist, wegzulaufen. Aber ich will das schaffen, halte mich an der Wand fest und taste mich nach vorn zu ihm. Die Anwesenheit des Todes zerrt an mir, ich weine laut, meine Stimme versichert mir meine Lebendigkeit. Ich wei\u00df nicht mehr, wie lange ich vor ihm auf einem Stuhl sitze und mit ihm rede.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will seine Hand ber\u00fchren, traue mich aber nicht. Ich habe Angst, vor dem Gef\u00fchl der toten Haut. Er sieht blass aus, ausgezerrt, erl\u00f6st. Irgendwann atme ich tief. Er, wie er da so liegt und nichts mehr tut, und ihn nichts mehr peinigt, beruhigt mich. Wir haben fr\u00fcher st\u00e4ndig diskutiert, jetzt gibt es nichts mehr zu debattieren. Er hat eine Entscheidung getroffen, ich muss sie akzeptieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Toms letztes Lebenszeichen an mich war eine SMS zu meinem Geburtstag, drei Monate vor seinem Tod. Er hat mir gratuliert, ich habe nie geantwortet. Warum nicht? Warum habe ich mich nicht mehr bedankt? Der Gedanke nagt in mir, wie ein Wurm an einem Apfel, stetig, gleichf\u00f6rmig, gewillt, ihn zu durchdringen und von innen zu zersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Monate nach unserer Trennung ging es Tom schlechter. Seine neuen Mitbewohner melden sich bei mir. Einmal ruft die Polizei an, sie h\u00e4tten ihn aufgesammelt wegen Erregung \u00f6ffentlichen \u00c4rgernisses. Er wolle von mir abgeholt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie soll man sich entlieben, wenn der andere st\u00e4ndig Unterst\u00fctzung einfordert?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz darauf ist er wieder in der Klinik, zweite Psychose.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Er ruft mich wieder regelm\u00e4\u00dfig an. Er wolle mir nur sagen, was ich f\u00fcr eine tolle Freundin war und sich bedanken, f\u00fcr alles, was ich f\u00fcr ihn getan habe. Es klingt wie ein Abschied. Ich bin alarmiert, telefoniere herum, schicke Freunde zu ihm. Nein, er wird sich nichts antun, versichern sie mir. Er schafft das schon. Heute wei\u00df ich, es war ein Abschied.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcrde er noch leben, wenn ich mich nicht von ihm getrennt h\u00e4tte? Was f\u00fcr ein Paar w\u00e4ren wir heute? H\u00e4tte er sich trotzdem das Leben genommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht h\u00e4tte es etwas ge\u00e4ndert, vielleicht h\u00e4tte eine SMS von mir ihn davon abgehalten, sich zu t\u00f6ten. Vielleicht w\u00e4re es ein Zeichen gewesen, dass wir irgendwann neu aufeinander zugehen k\u00f6nnen. Eine freundschaftliche Beziehung aufbauen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ist doch anma\u00dfend\u201c, sagt ein Freund. \u201eGlaubst du wirklich, du h\u00e4ttest ihn mit einer SMS davon abhalten k\u00f6nnen? Wie gro\u00df, sch\u00e4tzt du, war dein Einfluss auf ihn?\u201c Schuldfragen sind selbsts\u00fcchtige Fragen. In seine Entscheidung war ich nicht eingebunden. Aber die Auswirkungen treffen mich tief. Suizid bedeutet Kontrollverlust.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der neunte Tag nach Toms Tod ist der erste, an dem ich nicht weine. Sofort \u00fcberf\u00e4llt mich das schlechte Gewissen. Vergesse ich ihn, wenn der Schmerz nachl\u00e4sst? Tom ist nicht mehr lebendig, aber meine Trauer ist es. Ich will sie am Leben halten, dann ist da wenigstens noch irgendetwas. Wenn sie vergeht, was dann? Die Trauer sitzt jetzt tief, wie eine \u00d6lquelle im Boden. Bereit zu sprudeln, wenn sie angebohrt wird. Doch da bohrt niemand. Die Selbstt\u00f6tung meines Ex-Freundes ist innerhalb k\u00fcrzester Zeit zum Tabu geworden, \u00fcber das nicht mehr gesprochen wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach ein paar Wochen tun alle so, als w\u00fcssten sie von nichts. Lediglich mit den Freunden, die auch um Tom trauern, kann ich zwanglos sprechen. Alle anderen sagen lieber nichts. Als ich meine Eltern besuche, f\u00e4llt kein Wort, Bekannte sprechen mich nicht darauf an. H\u00e4tte ich eine Operation gehabt oder einen Unfall, w\u00fcrden sich alle danach erkundigen, wie es mir geht. Nimmt sich jemand das Leben, m\u00fcssen die \u00dcbriggebliebenen ihre Wunden selbst verarzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Trauer staut sich in mir an, wie Wasser, das kein Ventil findet. Nach einer Weile drohe ich zu platzen. Fragen schie\u00dfen aus mir heraus:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eWarum fragt ihr mich nie, wie es mir geht? Warum tut ihr so, als w\u00e4re nichts gewesen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Erstaunte Blicke. \u00dcberforderte Gesichter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir wollen dich nicht traurig machen, keine Wunden aufrei\u00dfen. \u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTraurig macht mich Toms Tod, nicht eure Fragen. Ihr w\u00fcrdet doch nur ansprechen, was mich sowieso den ganzen Tag besch\u00e4ftigt.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Frontalangriff hilft nicht. Die Angst meiner Mitmenschen, etwas Falsches zu sagen, ist zu gro\u00df. Sie sind unsicher, wollen keine falsche Frage im falschen Augenblick stellen, also stellen sie lieber gar keine. Ihre Unsicherheit wird zu meiner Einsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Erwarte ich zu viel? Warum schaffe ich es nicht, selbst Hilfe einzufordern oder angebotene Hilfe anzunehmen. \u201eDu kannst immer mit mir sprechen\u201c, schreibt eine Freundin. Mich anrufen kann auch sie nicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was gibt es schon zu sagen? Wie soll ich \u00fcber ihn reden? In der Vergangenheit? Ich will ihn im Pr\u00e4sens halten, um ihn wenigstens verbal noch nicht zu verlieren.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es f\u00e4llt mir genauso schwer, Toms Suizid anzusprechen wie meinen Freunden. Denen, die es noch nicht wissen, stottere ich etwas vor. Obwohl es mein Job ist, Nachrichten zu \u00fcbermitteln, wei\u00df ich nicht, wie man diese formulieren kann. F\u00fcr eine falsche Nachricht gibt es keine richtigen Worte. \u201eTom hat sich umgebracht\u201c, klingt so nach Skalpell, Pulsadern, Strick, Pistole, Verbrechen. Obwohl auch der Sprung in den Tod nicht weniger als eine Gewalttat gegen sich selbst war, sage ich lieber, \u201eer hat sich das Leben genommen\u201c. Das klingt so selbstbestimmt. Nur, wie frei ist jemand, der den sogenannten Freitod w\u00e4hlt, weil ihn seine \u00c4ngste und Verzweiflung bis an die Grenze des Ertr\u00e4glichen schmerzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es entstehen lange Pausen, dann folgt meist ein \u201eOh, mein Gott\u201c. Ich versuche die Leere zu f\u00fcllen, will dem anderen helfen, dabei brauche ich selbst Hilfe. Ich lege einen falschen Optimismus an den Tag, beende Gespr\u00e4che mit \u201enaja\u201c, und einem aufgesetzten L\u00e4cheln, um mein Gegen\u00fcber aufzubauen und aus der miesen Stimmung zu holen. Unsicherheit, Mutlosigkeit, falsche R\u00fccksichtnahme auf beiden Seiten. So schafft man ein Tabu.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Monaten darauf meldet sich kaum jemand bei mir. Alle tun so, als h\u00e4tte es Tom nie gegeben, wir schlie\u00dfen die L\u00fccke. Es wirkt wie ein Versuch, Geschehenes ungeschehen zu machen. Was nicht gesagt wird, gibt es auch nicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Seite des statistischen Bundesamts lese ich seelenlose Zahlen wie die, wonach sich j\u00e4hrlich mehr als 10.000 Menschen in Deutschland das Leben nehmen. Das sind mehr als doppelt so viele wie durch Verkehrsunf\u00e4lle sterben. Alle f\u00fcnf Minuten versucht in Deutschland jemand, sich umzubringen. Alle 52 Minuten gelingt es. Selbstt\u00f6tung ist kein Randph\u00e4nomen, doch wir behandeln sie so. Geht man davon aus, dass die, denen ihr Vorhaben gelingt, bis zu zwanzig Familienmitglieder, Partner, enge Freunde, nahestehende Arbeitskollegen haben, sind in Deutschland j\u00e4hrlich 200.000 Menschen von Suizid betroffen. Zweihunderttausend traurige, verzweifelte, einsame Menschen, die keine Stimme haben, die sich in der \u00d6ffentlichkeit nicht wiederfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig liest man von den Schreien der Gef\u00e4hrdeten nach Zuwendung. Wie sehr hat sich Tom nach Aufmerksamkeit gesehnt? Wollte er mit seinem Sprung die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen, die ihn schon lange gemieden haben, denen er zu anstrengend wurde mit seinem konfusen Gedanken, mit seinen Ideen, die so gar nicht in eine Schublade passen wollten? Ein letztes Mal im Mittelpunkt stehen, ein letztes Mal alle um sich versammeln. Oder vielleicht \u2013 darf man das \u00fcberhaupt denken? \u2013 sogar Rache nehmen. In seinem Rucksack, den die Polizei bei ihm fand, steckte seine Bewerbung f\u00fcr die Filmhochschule, die ihn Jahre vorher ablehnte. Wie eine letzte Nachricht an die, die ihn verkanten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Trauerbegleiter sagen, Suizidopfer treffen ihre Entscheidung ohne an ihre Angeh\u00f6rigen zu denken. Zu gro\u00df sind das eigene Leid und der Schmerz, die unf\u00e4hig zur Empathie machen. Wer k\u00f6nnte springen, wenn er an die denkt, die ihn unten finden? Wer k\u00f6nnte sich auf Gleise legen, wenn er nur einen Gedanken an den Zugf\u00fchrer verschwenden w\u00fcrde? Wer k\u00f6nnte sich im Keller aufh\u00e4ngen, wenn er seine Familie im Kopf h\u00e4tte, die mit diesem Anblick weiterleben muss? \u201eWarum hast du uns das angetan?\u201c w\u00e4re demnach eine unzul\u00e4ssige Frage, eine narzisstische Frage. Er hat die Entscheidung nicht gegen uns, sondern f\u00fcr sich getroffen. Was f\u00fcr uns keinen Sinn ergibt, war f\u00fcr ihn das einzig Sinnvolle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein halbes Jahr nach Toms Suizid meine ich nicht mehr st\u00e4ndig, ihn auf der Stra\u00dfe zu sehen, verwechsle nicht mehr aus der Entfernung wildfremde, junge M\u00e4nner mit ihm. Die absurde Hoffnung, er k\u00f6nnte vielleicht irgendwo wiederauftauchen, verk\u00fcmmert, t\u00e4glich ein bisschen mehr. Der Tod scheint weiter zu ziehen, aber er hat seinen besten Kumpel bei mir gelassen, der mich ab jetzt fest im Griff hat: die Angst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erz\u00e4hlt mir meine Mutter, dass sie einen Ausflug mit dem Auto machen will, sehe ich Unfallbilder vor mir. Fliegt eine Freundin, habe ich Angst, das Flugzeug k\u00f6nnte abst\u00fcrzen. Fahre ich mit dem Fahrrad, lenke ich schreckhaft zur Seite, wenn ein Motorrad zu dicht an mir vorbeif\u00e4hrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Angst, noch ein Leben zu verlieren, zerrt an mir. Der Tod ist nicht weitergezogen. Er ist lediglich umgezogen. In mein Unterbewusstsein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachts schrecke ich aus Albtr\u00e4umen hoch. Die Bilder sind realistisch wie ein 3D. Mit meiner Freundin verteidige ich das Haus meiner Eltern gegen Eindringlinge. Mit abgebrochenen Bierflaschen schlitzen wir ihnen die Halsschlagadern auf. Ein anderes Mal bin ich auf Bahngleisen festgebunden, ein Zug donnert auf mich zu. Ich kann mich nicht mehr rechtzeitig befreien, der Zug rei\u00dft mich in Fetzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tod, er ist nicht zu b\u00e4ndigen. Wie ein tollw\u00fctiger Wolf hat er sich in mein Leben geschlichen und mich aus dem Hinterhalt angegriffen. Ich liege verletzt am Boden, und lecke meine Wunden. Wenn Tiere Angst haben, setzt sich einer von drei Instinkten durch: Weglaufen, totstellen oder k\u00e4mpfen. Ich mache es wie die Fluchttiere und renne davon, versuche die Albtr\u00e4ume zu vergessen und die Verlust\u00e4ngste zu verdr\u00e4ngen. Ich meide den Platz, auf dem Tom sich in den Tod gest\u00fcrzt hat und alle Orte, die ich mit ihm verbinde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse mir \u201ebin gut angekommen\u201c-Nachrichten von allen schicken, die mich verlassen, suche nach \u00fcbriggebliebenen Exfreunden auf Facebook.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLange nichts geh\u00f6rt, wollte nur mal h\u00f6ren, ob es dir gut geht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Freunde fragen, ob ich schon mal an eine Therapie gedacht habe. Nein, habe ich nicht. Jahrelang verzweifelte ich daran, dass Tom keine Hilfe annehmen wollte. Nun bin ich&nbsp;&nbsp;genauso.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heute wei\u00df ich, Angst und Albtr\u00e4ume sind ein normaler Teil des Trauerprozesses. Wir haben nur verlernt, was Trauer bedeutet. Dass sie nicht zwingend nach ein paar Wochen oder einem \u201eTrauerjahr\u201c vorbei ist. Weil sie sich nun einmal nicht an den Kalender h\u00e4lt. Wir haben unsere Trauerkultur verloren, weil wir den Tod nicht in unser Leben lassen wollen. Ich lese in B\u00fcchern \u00fcber die Trauer in anderen Teilen der Erde. In Griechenland werden Klageweiber bestellt, damit der Tote besonders laut und emotional verabschiedet werden kann. In Indien kommen alle, die von dem Verlust einer Familie h\u00f6ren, zusammen, setzen sich in gro\u00dfen Gruppen um die Angeh\u00f6rigen und weinen miteinander. In Israel k\u00fcmmert man sich einen Monat lang gemeinsam um das Haus der Angeh\u00f6rigen, jeder kann dort seine Trauer ausleben, es wird gekocht, geweint, erinnert. In Ghana und Mexiko wird bei jedem Tod das Leben gefeiert. Unsere Gesellschaft dagegen verwaltet nach sp\u00e4testens einer Woche ihre Toten, von den Angeh\u00f6rigen wird Selbstbeherrschung und Zuversicht erwartet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Angstzust\u00e4nde treten vor allem bei Trauernden auf, die eine komplizierte Beziehung zu dem Toten hatten, hei\u00dft es. Als seine Ex-Freundin neige ich nicht zur Idealisierung. Den Toten \u201ein guter Erinnerung zu behalten\u201c, wie man das so tun soll, f\u00e4llt mir nicht immer leicht, die Dramen unserer Beziehung sehe ich noch immer lebhaft vor mir. Manchmal versuche ich, mich nur an sch\u00f6ne Dinge zu erinnern. Ihn vor meinem inneren Auge leben zu sehen, und nicht sterben. Dann f\u00e4hrt er Longboard, kocht Pasta oder sitzt auf dem Fensterbrett und raucht. Dass er, mit dem ich soviel erlebt habe, nicht mehr da ist, zerrei\u00dft mir das Herz. Es ist dann wohl doch so: Mit jedem Menschen stirbt eine Welt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte Oktober, zehn Monaten nach Toms Suizid, suche ich nach einer Selbsthilfegruppe f\u00fcr Hinterbliebene von Suizid-Opfern. Ein Erdgeschossraum am Rand eines Industriegebiets in Berlin. Auf zwei zusammengeschobenen Tischen stehen Geb\u00e4ck und eine Box mit Taschent\u00fcchern. Zwei Frauen und die Gruppenleiterin halten sich an ihren Tassen fest. Der Geruch von Kerzenwachs liegt in der Luft. Wir werfen uns unsichere Blicke zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Reihum sollen wir unsere Geschichte erz\u00e4hlen. Melina, etwa 50 Jahre alt, hat ihren Mann verloren. Sie h\u00e4tten eine wunderbare Beziehung gef\u00fchrt, von seinen Depressionen hat sie nichts gewusst. Von eben auf jetzt habe er sie zur\u00fcckgelassen. Dabei seien sie doch jede Nacht Hand in Hand eingeschlafen. \u201eWarum habe ich nichts gemerkt? Warum hat er nicht mit mir dar\u00fcber gesprochen?\u201c, fragt uns Melina weinend. \u201eWas soll ich jetzt nur machen?\u201c Ich zupfe ein Taschentuch nach dem n\u00e4chsten aus der Box.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ist Lena dran. Lena ist 29 und hat ihren Vater verloren. Auch in ihrer Familie wusste keiner, wie verzweifelt er war. Ihre kleine Schwester hat ihn im Keller gefunden, da war sie zw\u00f6lf. Er baumelte von der Decke.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich an die Reihe komme, bin ich bereits fix und fertig. Die Schicksale der beiden gehen mir so nah. Hier haben Frauen ihre gro\u00dfe Liebe verloren, eine Tochter musste ohne ihren Vater aufwachsen. Und ich? Ich habe meinen Ex-Freund verloren, mit dem ich Schluss gemacht habe. Meine Trauer kommt mir minderwertig vor. Das muss sie nicht, sagt die Gruppenleiterin. Trauer sollte man nicht werten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Also erz\u00e4hle ich davon, wie Tom die Welt abhandengekommen ist. Wie er aus ihr herausgesprungen ist. Wie ich mich danach einsamer gef\u00fchlt habe, als nach unserer Trennung. Ich erz\u00e4hle von der Sprachlosigkeit und den \u00c4ngsten. Es schmerzt mich, dass ich ihn nie mehr treffen und fragen kann, \u201eHey, wie geht`s dir, was machst du so?\u201c. Ich h\u00e4tte mir gew\u00fcnscht, dass ich nicht die letzte Liebe in seinem Leben gewesen w\u00e4re. Ich rede mit Menschen, die Toms Suizid nicht \u201edas Thema\u201c, sondern ihn und das, was er getan hat beim Namen nennen. In unserer Einsamkeit f\u00fchlen wir uns zweisam.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Wochen sp\u00e4ter mache ich mich auf den Weg quer durch Deutschland zu ihm. Es ist ein tr\u00fcber Herbstsamstag, die Stra\u00dfe ist h\u00fcgelig, als pl\u00f6tzlich der Himmel aufrei\u00dft. Das erste Mal an diesem Tag strahlt die Sonne durch die Wolken. Als ich einen steilen H\u00fcgel hinauffahre, sticht ein enormer Lichtkegel aus dem Nebel. F\u00fcr einen kurzen Augenblick kann ich nichts mehr sehen. Wenn man ein Zeichen des Schicksals sehen will, dann w\u00e4re das wohl der Moment.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Tom, 06.09.1984 \u2013 13.01.2014<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Grab r\u00fchrt mich, es passt so wunderbar zu ihm. Es ist wild, unaufger\u00e4umt, anarchisch. Alles w\u00e4chst kreuz und quer, die Erde ist weder gerecht noch geharkt, es gibt keine Bl\u00fcmchen, daf\u00fcr B\u00fcsche und kleine B\u00e4umchen. Ein paar Herbstbl\u00e4tter wirbeln umher. Ich knie mich hin. Das monatelange Trauern, die \u00c4ngste und Schuldgef\u00fchle r\u00fccken in den Hintergrund, es bleibt nur noch Stille. Hier kann ich ihn ruhen lassen. Hier ist es gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal im Jahr sagt Facebook mir, dass Tom heute Geburtstag hat und ich ihm doch alles Gute w\u00fcnschen soll. Das soziale Netzwerk will eine Sterbeurkunde vorgelegt haben, damit es das Profil eines Toten l\u00f6scht. Sterbeurkunde, als h\u00e4tte man etwas gewonnen. Der Tod als Preis f\u00fcr ein Leben, das unertr\u00e4glich erschien. Keiner hat je den Nachweis erbracht. Neulich war ich auf seiner Seite. In seinem letzten Eintrag, ein paar Tage vor seinem Tod, w\u00fcnscht er allen ein gutes neues Jahr. Und Frieden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>* Namen und Daten von der Redaktion ge\u00e4ndert<\/p>\n\n\n\n<p>Portr\u00e4t: <a href=\"http:\/\/www.julianbaumann.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Julian Baumann<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bild: <a href=\"https:\/\/pandan.co\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studio Pandan<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Honorar f\u00fcr den Text habe ich vollst\u00e4ndig an den Verein <a href=\"https:\/\/agus-selbsthilfe.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Agus e.V. &#8211; Selbsthilfegruppen f\u00fcr Angeh\u00f6rige um Suizid<\/a> gespendet. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dummy Magazin<\/p>\n<p>Ein Mensch, der sich selbst t\u00f6tet, zerst\u00f6rt auch das Leben seiner Angeh\u00f6rigen und Freunde. 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